Kosovo-Studienfahrt 2020

Kosovo-Studienfahrt 2020

Kosovo-Studienfahrt 2020

Kosovo-Studienfahrt vom 23.02. – 28.02.2020

Ein Erfahrungsbericht

Sonntag, den 23.02.2020

Wir trafen uns morgens um 7 Uhr an der evangelischen Kirche in Lauf und fuhren, nachdem wir zwei weitere Personen abgeholt hatten nach München. Von dort ging es über Zürich, nach Pristina und mit dem Bus zu unserem Hotel…

Nachdem Abendessen lernten wir uns anhand von Postkarten etwas besser kennen. Es folgte noch ein Quiz über das Land Kosovo. Zum Schluss erhielte jeder Teilnehmer noch eine Informationsmappe über Land und Kultur.

Kosovo-Studienfahrt

Montag, den 24.02.2020

Nach einem leckeren Frühstück und einem tollen Cappuccino machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum „Zivilen Friedensdienst“ in Pristina.

Wir wurden herzlichst begrüßt mit kalten Getränken und Geschenken (mehrere englischsprachige Bücher und Broschüren). Es folgte ein englischer Vortrag von Herrn Nehar Sharri. Er ist ausgebildete „Friedensfachkraft“. Manche von uns mussten sich dabei erst einmal wieder ins Englische einfinden.

Wir erfuhren viel über die historischen und kulturellen Herausforderungen des Landes. Positiv war dabei, dass es seit den Jahren 2003/04 immer mehr Kontakt zwischen den verfeindeten Gruppen gab. Diese Versöhnungsarbeit ist Teil der Arbeit des Zentralen Friedensdienstes (ZFD).

Die Hauptaufgaben des Dienstes waren:

– Menschen mit Trauma begleiten mit dem Ziel der Aufarbeitung der schrecklichen Erlebnisse

– die heimgekehrten Bürger mit dem „Notwendigsten“ ausstatten

Der ZFD brachte auch ein Buch unter dem Titel: „I want to heard“ heraus. Dort wurde den Opfern der zahlreichen Vergewaltigungen während des Krieges eine Stimme gegeben. Dieses Buch wurde an alle Parlamentarier verteilt und zahlreiche Künstler lasen daraus vor.

Ein anderes Projekt war die Ausstellung über vermisste Personen, deren Einweihung wir beiwohnen durften. Ziel dieses Projektes war es, dass die Menschen die seitdem Krieg vermisst wurden nicht vergessen wurden und auch ihre Angehörigen gehört wurden.

Nach einem kleinen Mittagessen und der Zeit zur freien Verfügung folgte eine englischsprachige Stadtführung durch Pristina. Durch den Stadtführer erhielten wir einen hervorragenden Tipp für unser Abendessen mit traditioneller, einheimischer Küche. Es schmeckte hervorragend. Glücklich und sehr gut gesättigt traten wir den Heimweg zu unsrem Hotel an.

Kosovo-Studienfahrt

Dienstag, den 25.02.2020

Heute fuhren wir früh am Tage nach Mitrovica zur Diakonie. Hier wird jungen Menschen eine Ausbildung zum Trockenbauer, Elektriker, Installateur, Friseur, Schneider, Koch, Schreiner etc. ermöglicht. Das Besondere ist, dass die Ausbildung zwischen 3 und 6 Monate dauert und vorwiegend aus praktischen Übungen besteht. Diese kurze Zeit ist für die Personen sehr wichtig, da gerade junge Männer unter dem Druck stehen Geld für sich und ihre Familien verdienen zu müssen.

Die Diakonie Mitrovica – finanziert durch Projektgelder aus Deutschland, der Schweiz und Österreich unterhält neben den Ausbildungsbetrieben auch noch einen Kindergarten. Dieser wurde kürzlich mit einem wunderschönen Spielplatz durch die Aktion „Ein Herz für Kinder“ unterstützt.

Wir wurden von Diakon Bernd Baumgarten – dem Leiter der Diakonie – durch die verschiedenen Ausbildungsbereiche geführt.

Anschließend gab es ein hervorragendes, traditionell kosovarisches Mittagessen, das die Köche (in Ausbildung) für uns zubereitet hatten.

Nachmittags fuhren wir zur einrichtungseigenen Farm. Dies ist eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung – die einzige im Land. Mit dieser Arbeit wird versucht Menschen die sonst ausgegrenzt werden – eine Beschäftigung und Tagesgestaltung sowie individuelle Förderung zukommen zu lassen. Die Farm besteht aus Ziegen, Wachteln, Hunden und Hühnern. Hergestellt auf der Farm und verkauft werden selbstgemachter Käse und Eier.

Der Leiter der Diakonie: Bernd Baumgarten lebt seit mehreren Jahren im Kosovo und besitzt sogar die kosovarische Staatsbürgerschaft. Er spricht fließend albanisch. Gemeinsam mit seinem Assistenten Fuat begleitete er uns durch den Tag.

An der Friedensbrücke gelegen besuchten wir auch noch das Jugendzentrum. Hier können die jungen Leute sowohl aus Serbien, als auch aus dem Kosovo zusammenkommen und gemeinsam Billard oder Kicker spielen, tanzen, Kaffee trinken, malen etc. Es wird von Sozialpädagoginnen begleitet und in zahlreichen kreativen Projekten jugendrelevante Themen in unterschiedlichen kulturellen und sozialen Gruppen bearbeitet und umgesetzt.

Bernd Baumgarten führte uns zum Abschluss noch in ein nettes Lokal und wir aßen gemütlich in Mitrovica zu Abend.

Kosovo-Studienfahrt

Mittwoch, den 26.02.2020

An diesem Tag machten wir uns auf den Weg zur AWO. Dort besuchten wir die Rückkehrberatung. Wir wurden wie immer sehr herzlich begrüßt.

Bei der AWO sind aktuell acht Vollzeitkräfte beschäftigt. Den Schwerpunkt der Arbeit bilden Menschen welche freiwillig aus Deutschland oder anderen Ländern zurückkehren, aber auch wenn Sie abgeschobene wurden. Der Alltag der Berater sieht vor, mit den Rückkehrern dieses „Ankommen“ so gut es geht zu gestalten. So werden Lebensmittel, Hygieneartikel, Holz und Medikamente bereitgestellt. Denn die Leute haben meist nach ihrer Rückkehr gar nichts. Manche Familien schlafen auf dem Boden im Dreck. Zudem unterstützt die Rückkehrberatung bei Behördengängen. Die AWO unterstützt auch bei juristischen Fragestellungen

Es war sehr ein sehr interessanter Aufenhalt.

Nachmittags waren wir noch bei einer protestantischen Gemeinde zu Gast. Pater Femi hieß uns auch sehr herzlich willkommen. Eine Frau aus der Gemeinde servierte uns Kaffee. Sie sprach sehr gutes Deutsch. Femi erzählte uns, dass die evangelischen Christen im Kosovo eine Minderheit sind und auch dass er von seinem Vater verstoßen wurde als er zum Christentum konvertierte.

Wir durften auch alle unsere vor allem „schwierige“ Fragen loswerden. Unsere ganze Runde stellte sich ihm vor, sodass er auch ein Bild von uns bekommen konnte.

Nach einem interessanten Austausch gingen wir abends in ein sehr gutes Restaurant mit klassischer kosovarischer Küche, welches Femi uns empfohlen hat.

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Donnerstag, den 27.02.2020

Am Donnerstag besuchten wir das „Roma – Dorf“ in Pristina.“ Es war ein richtiger Kulturschock. Die Leute dort „hausten“ in Hütten aus teilweise Blech und es sah sehr verarmt und heruntergekommen aus. Wir wurden – trotz der Armut – von den Leuten mit lächelnden Gesichtern empfangen. Wir erfuhren, dass die Kinder der Roma-Familien im Wechsel – vormittags und nachmittags – unterrichtet werden. Ein Mann mit Trommel verteilte die Lebensmittel im und für das Dorf.

Im Anschluss fuhren wir nach Ferizaj. Erst verweilten wir kurz in einem Café. Denn es tobte ein schwerer Schneesturm.

Nachher trafen wir uns mit Laura. Sie musste vor sechs Jahren, gemeinsam mit ihrem Mann, von Deutschland zurück in den Kosovo. Laura spricht perfekt Deutsch, trotz längerer Pause. Wir wurden von ihr und ihrer Schwiegermutter aufs Herzlichste empfangen und bewirtet. Es war sehr interessant zu hören, wie es ihr und ihrer Familie heute geht, wie ihr Leben aktuell aussieht und was ihre Träume und Visionen für die Zukunft sind.

Zusammen gingen wir noch Abendessen und danach ließen ein paar Teilnehmer den Tag noch in einer traditionellen Shisha Bar ausklingen.  Sehr müde und glücklich gingen wir in den frühen Morgenstunden zu Bett.

Freitag, den 28.02.2020

Nach dem auschecken machten wir uns voller Erfahrungen auf Richtung Flughafen um die Heimreise anzutreten

Eine Impression – stellvertretend für die vielen Erlebnisse kommt von Monika Hänelt, Kath. Religionslehrern:

Mir ist wieder einmal ganz intensiv klar geworden: Aus Machtinteressen werden Spannungen auf die Spitze getrieben. Scheinbar gibt es dann nur noch einen Ausweg: KRIEG.

Während des Krieges und noch lange danach leiden vor allem die einfachen Menschen. Kosovo ist noch weit weg von Frieden und echter Ruhe.
Ich bin froh, dass sich so viele Institutionen darum bemühen, die seelische und wirtschaftliche Not zu lindern. Ihr Prinzip ist: Hilfe zur Selbsthilfe. Sie werden noch einen sehr langen Atem brauchen. Die Menschen in Kosovo haben es verdient. Sie sind genauso wertvoll wie wir.

 Hedwig Frühwald

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